Impressionen eines passionierten Falkners


Anfang der 70er Jahre begann meine große Leidenschaft. Mit meinen Jugendfreunden erwarb ich meinen ersten Klein-Falken.

Danach ging es Schlag auf Schlag, so wie wohl bei jedem passionierten Falkner. Schnell war ein Habichtsnestling erworben und damit die Möglichkeit einer Beizjagd, die wohl für uns alle immer noch das Aufregenste an der Falknerei ist, in greifbare Nähe gerückt. Nach der Gesetzesnovellierung mußte dann natürlich schleunigst der Jagdschein und der Falknerschein her. Also nochmal viel Büffeln und Pauken. Aber gelohnt hat es sich allemal. 

Gleichzeitig mit dem Aufstellen eines Greifvogels kam das Problem des richtigen Zubehörs. Damals gab es kaum Hersteller von Falknereiartikeln. Von einem älteren Falkner und Sattler erlernten wir (wir, das waren die Brüder von Kannen und meine Wenigkeit) die Herstellung von Handschuhen, Taschen und Hauben in Handarbeit. Bald rüsteten wir schon namhafte Falknereien wie u.a. Hellenthal/Horst Niesters mit unseren Handschuhen aus. Josef Hiebeler bekam von uns für sein besonderes starkes Adlerweib damals seinen Adlerhandschuh und mit ihm wurde die Liste unserer “Kunden” (wir waren erst 15!) immer länger. Alles unter dem Motto: “klein aber fein”.

Mit Hilfe meines Vaters konnten wir schon damals unsere Vögel mit z.B. Drahlen aus VA-Edelstahl ausrüsten. Zu diesem Zeitpunkt war das bei Falknern eher selten. Mussten sich die meisten doch noch mit Drahlen aus Messing herumschlagen.

Foto: Peter Gaspers und ich nach einer erfolgreichen Jagd - die Strecke von nur 2 Beizvögeln
Foto: Peter Gaspers und ich nach einer erfolgreichen Jagd - die Strecke von nur 2 Beizvögeln

Heute mit über 40 Jahren Erfahrung in der Falknerei ist meine Zuneigung zu dieser speziellen Art des Jagens immer noch ungebrochen. Ich fiebere noch immer mit, wenn mein Beizvogel einem Wild hinterhersaust und es schlägt.

Allen Falknern wünsche ich die gleiche Freude an der Beizjagd

und verbleibe mit

Falknersheil